Neues Format für Schüler*innen an der Junior Uni
Jugendliche werden zu seelischen Ersthelfer*innen ausgebildet
Die Junior Uni trifft mit einem neuen Kursformat den Nerv der Zeit: In einer zweitägigen Fortbildung wurden erstmals 25 Jugendliche aus der Region zu seelischen Ersthelfer*innen ausgebildet. Das Angebot richtete sich an engagierte Schülerinnen und Schüler und vermittelte praxisnah, wie sie Gleichaltrige in belastenden Situationen unterstützen können.
Großes Interesse an einem neuen Format in der Junior Uni: Erstmals wurde der zweitägige Kurs „Hinschauen. Zuhören. Unterstützen - ein Training für seelische Ersthelfer*innen“ für Jugendliche angeboten – und war mit 25 Teilnehmer*innen im Alter von 15 bis 18 Jahren aus weiterführenden Schulen der Region schnell ausgebucht. Das Angebot richtet sich gezielt an junge Menschen, die sich in ihren Schulen bereits engagieren – etwa in der Sani-AG oder als Schülersprecher*innen. Viele von ihnen übernehmen Verantwortung im Schulalltag und möchten auch im Umgang mit seelischen Belastungen besser unterstützen können.
In praxisnahen Übungen und interaktiven Einheiten erarbeiteten sich die Jugendlichen Grundlagen der Gesprächsführung und Unterstützung in schwierigen Situationen. Themen wie Ich-Botschaften, Körpersprache, aktives Zuhören und ein wertfreier Umgang miteinander standen im Fokus. Dabei wurde betont: Alle Gefühle sind erlaubt – und müssen ernst genommen werden. Die Jugendlichen lernten, psychische Belastungen in ihrem Umfeld frühzeitig zu erkennen, diese sensibel anzusprechen und Betroffenen passende Hilfsangebote aufzuzeigen. Darüber hinaus wurden die Teilnehmer*innen ermutigt, bei Bedarf als Vermittler*innen mit Schulpsycholog*innen und/oder Schulsozialarbeiter*innen in Kontakt zu treten.
Ein zentrales Element des Seminars war der Austausch untereinander. Viele Teilnehmende brachten eigene Erfahrungen mit und nutzten die Gelegenheit, sich offen darüber auszutauschen. So entstand ein geschützter Raum, in dem voneinander gelernt und gegenseitiges Verständnis gestärkt wurde.
„Ich möchte Menschen in Notsituationen helfen und ihnen Möglichkeiten der Unterstützung aufzeigen“, schilderte Peter (16) seine Motivation. In der Schule engagiert er sich bereits in der Sani-AG und wurde von seinem Lehrer auf das Angebot in der Junior Uni aufmerksam gemacht. „Immer mehr Jugendliche haben psychische Probleme und ich finde es toll, dass es diese Fortbildung gibt. Ich weiß jetzt wie ich andere Jugendliche begleiten und ihnen helfen kann“, ergänzte Joschi (18). Der Wunsch, Lehrkräfte zu entlasten und Mitschülerinnen und Mitschülern auf Augenhöhe begegnen zu können, wurde ebenfalls vielfach genannt.
„Als Junior Uni greifen wir mit diesem Angebot ein hochaktuelles Thema auf und kommen dem Wunsch vieler junger Menschen nach Unterstützung und Orientierung nach“, sagte Natalie Gawenat, Mitglied der Junior Uni-Geschäftsleitung. „Die steigenden Zahlen psychischer Belastungen bei Jugendlichen sind alarmierend. Umso wichtiger ist es, frühzeitig Kompetenzen im Umgang damit zu vermitteln.“
Gleichzeitig sei man sich der Verantwortung bewusst, die mit einem solchen Angebot einhergeht: „Es ist wichtig, Jugendlichen Räume zu geben und ihnen Möglichkeiten zu eröffnen, sich auszutauschen – auch über Gespräche mit Eltern und Lehrkräften hinaus“, schilderte Gawenat. Aufgrund der großen Nachfrage wird die Junior Uni das Kursformat weiterentwickeln und im zweiten Halbjahr erneut anbieten.
Am 29. September 2026 findet eine Fortbildung für Lehrkräfte und Dozent*innen zu diesem Thema in der Junior Uni statt. Interessierte Lehrkräfte erhalten per E-Mail an schulen@junioruni-wuppertal.de weitere Informationen zu diesem Format.